Zahlen, Fakten und Statistiken über den Arbeitsmarkt 2015

Seit 2006 steigt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland stetig an. Nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gingen 2014 circa 42,7 Millionen Menschen einer Erwerbstätigkeit nach. Das sind 0,9 Prozent bzw. 371.000 Menschen mehr als noch 2013. Seit der deutschen Wiedervereinigung ist dies der geringste Stand an Arbeitslosigkeit. Diese sank im vergangenen Jahr um 94.000 Personen. Somit sind nur noch 2,1 Millionen Menschen in unserem Land arbeitslos, 4,3 Prozent weniger als 2013. Auch innerhalb der Europäischen Union ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland am niedrigsten von allen EU-Ländern. So betrug beispielsweise im Dezember 2014 die Quote an Erwerbslosen nur noch 4,8 Prozent, dicht gefolgt von Österreich mit 4,9 Prozent.
Quelle: www.destatis.de

Bereits in 15 Jahren habe Deutschland etwa acht Millionen Arbeitskräfte zu wenig, stellte die Unternehmensberatung Boston Consulting Group fest. Durch diesen Mangel büße die Wirtschaft an Wachstum ein. Für diese Studie wurden zwar unterschiedliche Szenarien berechnet, doch selbst bei der optimistischsten Betrachtungsweise werden 2030 bereits mehr als sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen. Vor allem in den neuen Bundesländern, allen voran in Thüringen, werde der Mangel zum wirtschaftlichen Problem. Die Autoren der Studie fordern, mehr Frauen, Ältere und Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Außerdem müssten viel mehr Zuwanderer nach Deutschland kommen als bisher, um die heutige Anzahl an Arbeitskräften halten zu können. Alle Firmen sollten die Rekrutierung neuen Personals ähnlich intensiv planen wie ihre Finanzen.
Quelle: www.spiegel.de

Zwar hat die Einführung des Mindestlohnes am 1. Januar dieses Jahres dafür gesorgt, dass in den Taschen der Beschäftigten mehr Geld landet, doch die Volkswirte sind skeptisch, ob und wie sich diese Maßnahme insgesamt auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. Sie glauben, dass es durch den Mindestlohn zumindest in einigen Regionen Deutschlands zu Verlusten von Arbeitsplätzen kommen könnte. Weiterhin gehen die Experten davon aus, dass sich besonders die Einführung der Rente mit 63 auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. Werden in diesem Jahr viele Arbeitnehmer vorzeitig in Rente geschickt, die gut ausgebildet und hochqualifiziert sind, reißen sie damit eine Lücke, die sich nicht nur bei KMUs kaum schließen lassen wird. Deswegen sind viele Betriebe dazu übergegangen, ihren Arbeitnehmern attraktive Angebote zu unterbreiten, damit diese auch über das 63. Lebensjahr hinaus bei ihnen beschäftigt bleiben.
Quelle: www.dw.com